Pack ma's!
Was tun, wenn jemand ausgegrenzt oder bedroht wird?
Wie kann man helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?
Und wie lässt sich Gewalt vorbeugen, bevor sie entsteht?
Antworten auf genau diese Fragen standen im Mittelpunkt der Multiplikatorenschulung „pack ma’s“, an der am 29. und 30. Januar 2026 sieben Lehrkräfte des Maristen-Gymnasiums Furth teilnahmen. Neben dem MGF waren neun weitere Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen Niederbayerns vertreten. Ziel der Fortbildung ist es, Schule als sicheren Lebensraum zu stärken und ein respektvolles, gewaltfreies Miteinander nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch in allen anderen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern.
Geleitet wurde das Seminar von Ralph Kappelmeier und Michael Neumaier, beide erfahrene Polizeibeamte aus München und Teil des Präventionsteams „pack ma’s“. Als Mitentwickler des Programms verfügen sie über langjährige Erfahrung in der Gewaltprävention sowie in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen. Entsprechend praxisnah, authentisch und lebensweltorientiert gestalteten sie die Fortbildung.
Das Präventionskonzept „pack ma’s“ verfolgt das Ziel, Gewalthandlungen, Mobbing und sonstiges unsoziales Verhalten frühzeitig zu verhindern und zugleich zivilcouragiertes Handeln zu stärken. Grundlage des Programms ist die Überzeugung, dass Prävention der wirksamste Schutz ist – und dass bereits mit einfachen, klar strukturierten Methoden viel erreicht werden kann. Im Mittelpunkt der Schulung standen vier Themenbereiche der Gewaltprävention, darunter Gemeinschaft, Vertrauen, Zivilcourage, Umgang mit Konflikten und Gewalt sowie Empathiefähigkeit. Dabei ging es unter anderem um die Fragen, wie sinnvolles Opfer- und Helferverhalten aussehen kann, wie Gefahrensituationen frühzeitig erkannt werden und welche Handlungsalternativen es im Umgang mit Konflikten gibt.
Ein wesentliches Merkmal von „pack ma’s“ ist der konsequent erfahrungsorientierte Ansatz. Alle Übungen, die später auch mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden, wurden von den Lehrkräften selbst ausprobiert, durchlebt und reflektiert. Dadurch wurden nicht nur Inhalte vermittelt, sondern Perspektiven gewechselt: Die Lehrkräfte erlebten die Übungen aus der Sicht der Teilnehmenden und entwickelten so ein besonders feines Gespür für Wirkung, Herausforderungen und Chancen der Methoden.
Gefördert wurde die Fortbildung vom Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband in Zusammenarbeit mit der Dominik Brunner Stiftung. Das Projekt „pack ma’s“ ist bewusst als Multiplikatorenschulung angelegt: Nachhaltige Präventionsarbeit lebt nicht von kurzen externen Impulsen, sondern von kontinuierlicher Beziehungsarbeit durch vertraute Bezugspersonen im Schulalltag. Die am MGF geschulten Lehrkräfte werden die erarbeiteten Inhalte künftig in Unterricht und Schulleben einbringen und so dazu beitragen, Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und Gewalt frühzeitig entgegenzuwirken.
Ein herzlicher Dank gilt dem BLLV, der Dominik-Brunner-Stiftung sowie Ralph Kappelmeier und Michael Neumaier für die engagierte, praxisnahe und überzeugende Vermittlung dieser wichtigen Thematik!
Alexandra Fritsche