Gedenkveranstaltung zu 80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg
„Das Ende der Geschichte“ – Mit diesem Zitat von Francis Fukuyama eröffnete Schulleiter Christoph Müller die Gedenkveranstaltung zu 80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg am Maristen-Gymnasium Furth. Man glaubte, wie Herr Müller ausführte, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kein ähnlicher Schrecken mehr über die Menschheit kommen könnte. Dass sich die Zeiten derartig ändern, konnte niemand ahnen.
Nach der Begrüßung durch Schulleiter Herr Müller in der vollbesetzten Turnhalle führten die Organisatoren, Maria Bauer und Maximilian Wolf die Intention des Abends aus. Man wolle der Verantwortung gerecht werden, die dem Maristen-Gymnasium Furth anvertrauten Schülerinnen und Schülern zu mündigen Staatsbürgern mit offenem Herzen und freiheitlich-demokratischen Geist zu erziehen. Dieser Abend soll dem Publikum als Inspiration und Denkanstoß dienen.
Anschließend referierte Dr. Ansgar Reiß, Ltd. Direktor des Armeemuseums Ingolstadt und Lehrbeauftragter an der Universität Augsburg zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Er schaffte es, das Publikum durch seinen interessanten Vortrag zu fesseln. Er spannte den Bogen von der Weltpolitik hin zur Bayerischen Geschichte und resümierte damit, dass eine Demokratie immer junge Menschen braucht, um sie mit Leben zu füllen.
Die Projektgruppe „Schulparlament“ schrieb für den Abend ein eigenes Theaterstück, in dem sie den Alltag im Bayerischen Landtag satirisch darstellte. In dem fiktiven Geschehen tauschten sich die Abgeordneten über die bisherigen Errungenschaften unserer Demokratie nach 1945 aus, kamen dann aber rasch dazu, wie diese heutzutage herausgefordert und bedroht wird. Eine Lösung dafür konnten auch diese Politikerinnen und Politiker nicht erarbeiten.
Die Ängste, aber auch die Kraftquellen bzw. die Hoffnungen stellte das Schulgottesdienstteam in den Mittelpunkt seiner Darbietung. Es wurde ein Turm aus Holzsteinen gebaut, auf denen Begriffe wie z. B. Todesangst, Menschlichkeit und Frieden zu finden waren. Alle Steine waren wichtig, um den Turm nicht einstürzen zu lassen. So ist auch jeder Baustein für uns persönlich wichtig, um uns selbst aufzurichten und nicht einstürzen zu lassen.
Musikalisch wurde die Veranstaltung begleitet durch den Chor und die Streicher des MGFs unter Dr. Nikoslav Firnkees, Matthias Schäffer und Dr. Maximilian Ebert, der für diesen Abend ein neues Stück komponierte, das uraufgeführt wurde. Das Ensemble Tritonus Brass aus Regensburg und Stefan Metz, Münstermusikdirektor in Moosburg, erfreuten ebenfalls das zahlreiche Publikum mit ihren musikalischen Darbietungen. Der Choreograph und Tänzer Alan Brooks, bekannt durch seine Arbeit am Staatstheater in München oder beim Nockherberg-Singspiel, studierte mit Schülerinnen eine bewegende Choreographie ein, die die Aussage der Musikstücke bestens unterstrich.
In der Pause konnten sich die Gäste am Catering, das Hannah Schranner mit ihrem Projektkurs „Gesünder Kochen und Backen“ vorbereitet hatte, erfreuen. Der Elternbeirat sorgte für Erfrischungsgetränke.
Bereits am Vormittag haben sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Projekttags mit der Thematik beschäftigt. Während des gesamten Tages wurde intensiv gearbeitet und es entstanden Produkte, die die Vielfalt der Thematik deutlich zeigen. Es entstanden beispielsweise ein Klangraum oder eine Zeitung, die sich mit dem Kriegsende 1945 beschäftigen. Der Verfassungsstaat mit seiner Gewaltenteilung wurde ebenso beleuchtet wie die Menschenrechte oder Persönlichkeiten, die die Demokratie in Deutschland prägten. Dazu erstellten die Schülerinnen und Schüler Präsentationen, Plakate und Zeichnungen, die bereits zum Auftakt der Abendveranstaltung in Form einer Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Ein herzlicher Dank an die Fachschaften Geschichte, Politik und Gesellschaft, Religion und Kunst für die Vorbereitung und Ausarbeitung der Materialien.
Durch den Projekttag und die Abendveranstaltung leistet das Maristen-Gymnasium einen wesentlichen Beitrag zur Demokratieerziehung und zur Meinungsbildung bei den Schülerinnen und Schülern, denn das eingangs erwähnte „Ende der Geschichte“ ist noch nicht gekommen.
Wir bedanken uns bei der Schulleitung, Herrn Müller und Frau Albiez, und allen Mitwirkenden und Helfern im Vorder- und Hintergrund für ihren Beitrag zum Gelingen des Projekttags und der Abendveranstaltung.
Maria Bauer
Fotos: Christoph Müller, Dr. Niko Firnkees, Maximilian Wolf, Hannah Schranner, Judith Radlmeier, Alexandra Fritsche