Auf Wiedersehen!

Verabschiedung des Abiturjahrgangs 2016
Wieder hat ein Jahrgang erfolgreich das Maristen-Gymnasium verlassen: Am vergangenen Freitagabend erhielten 75 Abiturientinnen und Abiturienten aus der Hand von Oberstudiendirektor Christoph Müller ihr Abiturzeugnis. Die Freude über die gewonnene Freiheit, aber auch eine gehörige Portion Wehmut schwangen mit beim Abiturgottesdienst und dem anschließenden Festakt in der neuen Mensa.
Im ökumenischen Abiturgottesdienst in der Klosterkirche, den die beiden Schul-Geistlichen Hans-Christian Kley und Thomas Winderl gemeinsam mit einer Gruppe Abiturienten gestaltet hatten, ging es viel um Türen und Wege, die nun nach dem Abitur kommen würden. „Nur: wer entscheidet, welcher Weg der richtig ist?“, stellten die Geistlichen eine eher rhetorisch gemeinte Frage. Vielmehr, so Winderl und Kley, sei es noch zu früh für „Ja-Ja-Entscheidungen.“ Eher brauche es Mut, neue Wege zu gehen, „denn man weiß nie, was hinter einer neuen Tür steckt“, so das Credo der Geistlichen. Als eigenes Beispiel führte Kley seinen Werdegang nach dem Abitur an. Anstatt Kunst zu studieren, entschied er sich für die Theologie, was ihm nicht leicht gefallen sei. „Entscheidungen zu treffen“, so Kley, „bedeutet auch immer, andere nicht zu treffen.“ Das, so die Botschaft des Pastors und des katholischen Priesters Winderl, könne durchaus zu Traurigkeit führen. „"Das ist aber das irdische Leben, dass man nicht alles erleben kann.“ Auch, fuhren die beiden, die auch als Lehrer am Maristen-Gymnasium wirken, fort, könne es vorkommen, dass man irgendwann feststelle, den falschen Weg gegangen zu sein. „"Gott hat einen trotzdem gern“, haben Kley und Winderl den 75 Abiturienten mit auf den Weg.
Schulleiter Christoph Müller griff in seiner Abiturrede beim anschließenden Festakt in der neuen Mensa – zusammen mit Lehrern, Verwandten und Freunden der Abiturienten - zunächst ebenfalls die Schließwerkzeug-Metaphorik auf. Mit dem Abiturzeugnis würden die 75 Schülerinnen und Schüler eine Art Schlüssel in die Hand bekommen, „der Euch eine riesige Anzahl von Türen öffnet – egal ob in der Berufswelt oder im Studium und natürlich in Eurer persönlichen Entwicklung.“ Und weil gerade die Fußball-Europameisterschaft läuft, kam Müller auch darum nicht herum. Beim Nachdenken und Planen der Abiturrede sei er, erklärte der Oberstudiendirektor, über das aktuelle EM-Lied von Mark Forster, „"Wir sind groß“, gestolpert. Ein gutes Fußballlied sei es, „aber der Song passt noch viel mehr zum Leben, zum Großwerden, zum Erwachsen werden und Hinausdrängen in die Welt.“ Der Song, zeigte Müller anschließend auf, handle vielmehr vom Aufbruch und von der Sehnsucht, Neues zu entdecken. „"Wir sind groß“ sei also auch ein Lied vom Leben und den wichtigsten Stationen im Verlauf eines Lebens. „"Und deshalb ist es ein Lied, das heute zu Euch passt“, richtete Schulleiter Christoph Müller an die Abiturienten, „denn der heutige Tag mit der Verleihung der Abiturzeugnisse – "das ist so eine wichtige Station in Eurem Leben.“ Doch Müller gab den 75 scheidenden Schülerinnen und Schülern auch einige Warnungen mit auf den weiteren Lebensweg. Schließlich würden die Abiturienten nicht einfach irgendein Papier überreicht bekommen, sondern das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife, „"das ist die höchste Qualifikation, die man in Eurem Alter erreichen kann.“ Und dadurch, leitete der Schulleiter ab, würden die jungen Frauen und Männer auch mit einer gewissen Verantwortung hinaus in die Welt ziehen. Im Rückgriff auf die acht Thesen der Deutschen Bischofskonferenz leitete Müller schließlich ab, dass die Abiturienten den Ansporn mit ins Leben nehmen sollten, daran zu arbeiten, „"dass wir unseren Anteil leisten zu einem gelingenden Allgemeinwohl.“ Sei es in der Universität, in Unternehmen oder "auch und gerade in der Gemeinschaft der Kirche“. Um das zu erreichen, und da zitierte der MGF-Schulleiter am Ende mehrfach Papst Franziskus, werde es, vor allem auch in den momentan weltpolitisch schwierigen Zeiten, insbesondere auf den Dialog ankommen. "Franziskus gibt uns da eine klare Botschaft“, zitierte Müller zum Ende seiner Rede. „"Das Mittel, um dazu beizutragen, dass wir einem neuen Humanismus zumindest etwas näher kommen, heißt: Dialog.“
Die Abiturrede der Schüler, stellvertretend für alle 75 Absolventinnen und Absolventen, hatte am Freitag Jessie Klein gehalten. Mit der Übergabe, erklärte sie, ende ein Lebensabschnitt. "Das ist für uns ein Tag voller Emotionen, aber auch ein Tag der Zuversicht.“ Einen lange vertrauten Ort würden sie und die Mitschülerinnen und Mitschüler nun verlassen, "der für manchen fast schon ein neues Zuhause geworden ist.“ Vieles habe sich zum Positiven verändert, fuhr Klein fort, "Herr Müller wurde Schulleiter und einen Neubau hat die Schule bekommen.“ Das alles, und auch die einzigartige Schulfamilie am MGF, habe zum Abiturerfolg beigetragen. "Daher können wir", richtete sich Jessie Klein auch an ihre Mitschüler, "stolz auf das Erreichte sein, trotz der vielen Hürden, die wir meistern mussten.“ Weil mit der Verleihung der Abiturzeugnisse jedoch die achtjährige Schulzeit nun ende, "können wir nun das Leben, den Sommer genießen und uns zu neuen Abenteuern aufmachen.“ Jedoch, und da sprach die Abiturientin gleich ein Warnung aus, "dürfen wir unsere Ziele gleichzeitig nie aus den Augen verlieren.“
Die Grüße des Landrats übermittelte Kreisrat Josef Popp: "Mit dem Abitur habt Ihr den Grundstein für Eure persönliche Zukunft gelegt.“ Jedoch, warnte Popp vor der Zukunft, werde materieller Erfolg nicht alles sein. "Nutzen Sie Ihr erlerntes Wissen auch, um sich einzubringen.“ Jörn Monstadt gratulierte indes im Namen der Elternschaft des MGF. Mit dem nun Erreichten stünden den Abiturientinnen und Abiturienten vielfältige Möglichkeiten offen, so Monstadt. „Sind Sie sich aber sicher“, richtete sich der Elternbeiratsvorsitzende an die Schülerinnen und Schüler, "Ihre Eltern haben Sie bis hierher gebracht und werden auch weiterhin für Sie da sein.“
In Namen des Fördervereins gratulierte indes dessen Vorsitzender Georg Brandmeier. Ganz besondere Ehrengäste seien die Abiturientinnen und Abiturienten an diesem Abend, so Brandmeier, "Ihr könnt nun feiern – egal mit welchem Abiturschnitt.“ Im Anschluss zeichnete Brandmeier noch zwei Schüler in Namen des Fördervereins aus, Max Molter und Florian Weiß erhielten jeweils ein Präsent für ihr soziales Engagement rund um das Maristen-Gymnasium.
Als krönenden Abschluss erhielte 75 Schülerinnen und Schüler aus der Hand von Schulleiter Christoph Müller und den beiden Oberstufenkoordinatoren, Siegfried Ascherl und Christoph Hofmann, ihr Abiturzeugnis. Überdies zeichnete das Maristen-Gymnasium Lukas Benke mit einem Schnitt von 1,1 als besten Absolventen aus. Zudem honorierten die Bürgermeister aus Furth und der umliegenden Gemeinden ihre jeweils besten Abiturienten. Umrahmt wurde der Festakt in der Mensa vom Madrigalchor des Maristen-Gymnasiums, sowie den Solisten Hubert Rockermeier, Simon Kratzer und Samuel Spagl.
sp
