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Fachlichkeit und Führung – Change Management

Ministerialrat Anselm Räde begrüßte die Französisch-Fachbetreuer am MGF.
Ministerialrat Anselm Räde begrüßte die Französisch-Fachbetreuer am MGF.

Tagung der niederbayerischen Fachbetreuer des Fachs Französisch am MGF

Das Maristen-Gymnasium Furth war heuer Tagungsort aller Fachbetreuer des Fachs Französisch an niederbayerischen Gymnasien. Zuständig für die Durchführung der Tagung war die Fachbetreuerin Französisch am Maristen-Gymnasium, Ursula Schwoerer. Der Fachreferent Jochen Brand begrüßte zusammen mit Schulleiter Herrn Müller 40 Französisch-Fachbetreuer zu dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung, die heuer unter dem Motto „Fachbetreuung als fachliche Führungsaufgabe“ stand. Auch der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Niederbayern, Anselm Räde, ließ es sich nicht nehmen, an der Tagung teilzuhaben und informierte die anwesenden Fachbetreuer zum Thema „Fachlichkeit und Führung“.

„Fachlichkeit und Führung“ soll insbesondere die Thematik Fachlichkeit, wodurch sich gymnasiale Bildung ja auszeichnet, in den Vordergrund stellen und spricht die Fachbetreuer jedes Faches an. In ihrer fachlichen Führungs- und Personalverantwortung unterstützen die Fachbetreuer die Schulleitung bei der Erledigung ihrer Aufgaben. Der Fachunterricht am Gymnasium ist systematisch aufbauend und qualitativ hochwertig. Französisch ist als moderne Fremdsprache ein Kernfach am Gymnasium und gehört somit zu dem Fächerkanon, für den momentan von den Fachreferenten und Seminarlehrern Fachlichkeitskonzepte ausgearbeitet werden.

Die Fachbetreuer als Experten eines Faches haben einen expliziten Führungs- und Gestaltungsauftrag für ihr Fach. Fachbetreuer gibt es nur am Gymnasium und an keiner anderen bayerischen Schulart. Sie vermitteln Fachkompetenz, aber auch die Motivation und Begeisterung für ihr Fach. Französisch macht Spaß und ist eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft - dies soll den Schülern vom Fachbetreuer und allen Kollegen jederzeit vermittelt werden. Innerhalb einer Fachschaft gibt es verschiedene Lehrerpersönlichkeiten, auf die der Fachbetreuer als fachliche Führungspersönlichkeit individuell eingeht, um deren Souveränität zu stärken.

Daneben repräsentiert er das Fach in der Schulleitung und sichert die Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität in Kooperation mit den Fachkollegen. Vor allem in den Fachsitzungen, die ein- bis zweimal pro Schuljahr stattfinden, sollen gelungene Projekte und Ideen besprochen werden ohne sich inhaltlich rein auf bürokratische Sachverhalte zu konzentrieren.  Räde verdeutlichte, wie Fachbetreuer einen Beitrag zur professionellen Weiterentwicklung der einzelnen Lehrkraft leisten können und somit positiv auf die Unterrichts- und Schulqualität einwirken. Der Fachbetreuer muss dabei seinen Aufgaben als fachliche Führungskraft vor dem Hintergrund des Lehrplan Plus gerecht werden und die Instrumente der Personalführung nutzen, die ihm zur Verfügung stehen. Soziale Empathie im Falle von Konflikten, die unweigerlich auftreten, und sinnstiftendes Gestalten spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die Fähigkeit zur Kommunikation und der persönlichen Kontaktaufnahme. 

Generell hob Räde die gute Qualität des bayerischen Gymnasiums hervor und nannte hier die Ergebnisse der IQB-Studie 2015 und die ausgesprochen positive Entwicklung, die in den modernen Fremdsprachen stattgefunden hat. Die kompetenzorientierte Ausrichtung und die Prozesse, die hierdurch angeregt wurden und die am bayerischen Gymnasium heute eine Selbstverständlichkeit sind, tragen wesentlich zur führenden Stellung von Bayern im Vergleich mit anderen Bundesländern bei. Gibt es aber in den einzelnen Fachschaften verbindliche Pläne, in denen pädagogische Anknüpfungspunkte jahrgangs- und fächerübergreifend festgelegt werden? Gibt es institutionalisierte Kommunikationsstrukturen zur übergreifenden Abstimmung der pädagogischen Arbeit? Dies sind Themenfelder, die in der Zukunft verstärkt diskutiert werden müssen und die sukzessiven Niederschlag im LehrplanPlus finden werden, der ab dem Schuljahr 2017/18 gültig ist. 

Der Fachreferent für das Fach Französisch an niederbayerischen Gymnasien, Jochen Brand, stellte anschließend den Begriff „Change Management“ vor. Es geht dabei um die Ausprägung der Soft Skills, die ohnehin bereits implizit angewendet werden. Veränderungsmanagement umfasst die Frage, wie neue Strategien und Prozesse in einer Organisation umgesetzt werden sollen. Die Fachbetreuer sind als Change Manager insofern gefordert, als sie zur Schaffung von organisatorischen Rahmenbedingungen für neue Prozesse beitragen sollen. Hier müssen gegebenenfalls Widerstände akzeptiert aber auch abgebaut werden, um Veränderungsprozesse gewinnbringend voranbringen zu können. Das Feedback der betroffenen Kollegen wird vom Fachbetreuer wahrgenommen und in den Fachsitzungen thematisiert, um die nächsten notwendigen Schritte angehen zu können. Als primärer Ansprechpartner für das Fach Französisch hält der Fachbetreuer engen Kontakt zur Schulleitung und berät und unterstützt diese in allen thematisch verbundenen Fragen. 

Im Anschluss an diesen Vortrag von Herrn Brand und die anschließende Diskussion wurden von den Fachbetreuern in Teamarbeit bereits vorhandene Konzepte für das Fach Französisch erarbeitet und weitere Instrumente der Personalführung erörtert.  Alle Fachbetreuer zeigten sich insgesamt sehr angetan von der Organisation der Tagung und waren beeindruckt vom hochmodernen und freundlichen Schulgebäude und der technischen Ausstattung der Klassenzimmer am Maristen-Gymnasium Furth, die ihnen Schulleiter Christoph Müller und Fachbetreuerin Ursula Schwoerer in der Mittagspause bei einem Rundgang vorgestellt hatten. 

sh

 

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