P-Seminarexkursion nach Padua
Bei fast 40°C sommerlicher Hitze erkundeten 14 Schülerinnen und Schüler des P-Seminars „Himmelsbeobachtung im Wandel der Zeit“ zusammen mit Frau Wecker und Frau Schranner das italienische Städtchen Padua.
Auf die Ankündigung der Fahrt erhielten einige Schüler die Rückfrage „Was ist das?“. Also warum Padua? Auf den ersten Blick wirkt die Stadt vielleicht nicht sonderlich spannend oder spektakulär, ist dafür aber umso bedeutender für verschiedene Wissenschaften, historisch wie aktuell.
Immer wieder hallte ein feierliches „Dottore, Dottore“ durch die Straßen, wenn ein neuer, mit Lorbeerkranz geschmückter Uniabsolvent auf die Straßen trat. Die 1222 gegründete Universität hat auch heute noch ihren Sitz im Zentrum Paduas. Im „Palazzo Bo“ aus dem 16. Jahrhundert kann man ein Stück Universitätsgeschichte hautnah erleben: zahlreiche Wappen und Fresken erzählen von einstigen Studenten und deren Leistungen. Der vermutlich berühmteste Professor dürfte Galileo Galilei gewesen sein, der hier um 1600 für 18 Jahre gelebt, gelehrt und geforscht hatte. Seine aus Holz gebaute Kanzel, sein Lehrstuhl, ist im Saal der Vierzig, neben der Aula Magna des Palazzo ausgestellt.
Ein Highlight ist zweifelsohne das anatomische Theater. In diesem Lehrsaal, der ähnlich eines „richtigen“ Theaters ansteigende Zuschauerränge aufweist, wurden bis in die 1870er Jahre Obduktionen durchgeführt. Es handelt sich hierbei um das älteste feststehende anatomische Theater weltweit und war dementsprechend bahnbrechend für die Medizin.
Anknüpfend an Paduas astronomische Geschichte besuchten wir außerdem das Planetarium und erfuhren dabei sowohl einiges über die Geschichte des Fernrohrs als auch über den tagesaktuellen Nachthimmel. Ein weiterer Stopp war das Astronomische Observatorium, bzw. dessen historisches Museum La Specola. Nachdem bei fast unerträglicher Hitze viele Stufen in die Turmspitze bezwungen wurden, viele historische Mess- und Beobachtungsgeräte und viele künstlerische Darstellungen begutachtet wurden, war die anschließende Freizeit redlich verdient! Und ein bisschen La Dolce Vita darf bei einer Italienreise natürlich nicht fehlen!
Schließlich führte uns der letzte Tag noch ins nahegelegene Venedig. Ein Spaziergang vom Bahnhof aus durch die Gassen, entlang der zahlreichen Kanäle und über viele Brücken bis hin zum Markusplatz mit dem Markusdom und dem Dogenpalast rundete unsere Studienfahrt gebührend ab.
Corinna Wecker
