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Mit Bestnoten und großen Plänen in einen neuen Lebensabschnitt

Franziska Meierloh (v.l.), Maximilian Mayer, Victoria-Sophie Trestl, Jakob Paringer und Mona Ternes
Franziska Meierloh (v.l.), Maximilian Mayer, Victoria-Sophie Trestl, Jakob Paringer und Mona Ternes

Eine heiße Sache – in jederlei Hinsicht: 99 Abiturienten des ersten „neuen“ G9-Jahrgangs am Maristen-Gymnasium empfingen am Freitagnachmittag ihr Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife, vulgo Abiturzeugnis. Trotz brütender Hitze in der Turnhalle wurde es ein entspannter Festakt.

Statt einer Sanduhr verwendete Schulleiter Christoph Müller ein kleines Steckerleis und versprach das Ende seiner Rede vor dessen Schmelzen. Mit dem Helene Fischer-Zitat „Heute Nacht können wir unsterblich sein“ ging er auf den erfolgreichen Beginn der deutschen Fußballnationalmannschaft ein. Doch der Titel des Liedes könne auch für diese Feier gelten. Die Anwesenden hätten die in diesem Alter höchstmögliche Qualifikation geschafft, da dürfe man sich schon auf „Wolke Sieben“ und – ohne religiösen Kontext – ein bisschen „unsterblich“ fühlen.

Vom Fußball servierte Müller quasi einen Zuckerpass zu Papst Leo und dessen Enzyklika „Magnifica Humanitas“. Jeder Abiturient habe seine eigene Persönlichkeit und seine eigene Herangehensweise an Herausforderungen bewiesen: Die einen dynamisch, die anderen ruhig-reflektierend. Draußen erwarte sie nun vor allem das „Mega-Thema KI“. Bei allen Optionen lande er letztlich immer im Dürrenmattschen Sinne als Kind der 80er Jahre beim „Terminator“. Müsse man in die Vergangenheit reisen, um das Übel vor seiner Entstehung zu beseitigen? Nicht, wenn sich alle im Sinne des Papstes kritisch mit der KI auseinandersetzten und dem Übel „in einer wunderbaren Menschheit wunderbare Menschlichkeit“ entgegensetzten. Nach längeren Zitaten aus dessen Lehrschreiben spannte er zusammen mit dem Fußballfan Leo den Bogen zurück zur WM und zu Sport. Dieser habe das friedensstiftende Moment und das soziale Miteinander des Sports hervorgehoben.

Abiturientin Marissa Marx, eine langjährige Schülersprecherin, konstatierte zunächst beim Aufbau des G9 teilweise alten Wein in neuen Schläuchen. Bei allen gemeinsamen Erlebnissen und allem gemeinsamen Schaffen stecke hinter jedem „eine ganz persönliche Geschichte.“ Von nun an werde jeder seinen eigenen Weg gehen oder zunächst erst mal suchen, wohin der Weg gehen solle. Es gebe nun keinen vorgegebenen Stundenplan und keine Musterlösung mehr. Was aber bleibe, seien Erinnerungen und Verbundenheit mit dem Jahrgang.

Nach Grußworten von Elternbeirat und Förderverein, von Landrat Alfred Holzner und Bürgermeister Andreas Horsche und Schulstiftungsdirektor Günter Jehl und einer erneuten – neuerdings „Hydration Break“ genannten – Trinkpause ging es ans Eingemachte: Die Abiturzeugnisse wurden feierlich überreicht, dazu gab es Geschenke für die Besten, Engagiertesten unter anderem von den Bürgermeistern ihrer Heimatgemeinden. 40 Abiturienten hatten eine Eins vor dem Komma. Jakob Paringer und Victoria-Sophie Trestl schafften die 1,0, dicht gefolgt von Maximilian Mayer, Franziska Meierlohr und Mona Ternes, die jeweils 1,1 erzielt hatten.

Begonnen hatte der Festakt mit einer ökumenischen Andacht. Pfarrer Hans-Christian Kley predigte über das Gleichnis der beiden Söhne und deren ambivalente Positionierung als Winner und Loser. Einerseits sei es ein Zeichen des Erwachsenwerdens, sein eigenes Ranking zu hinterfragen. Andererseits sei das Leben aber keine Bilanz, sondern ein Geschenk. Kley und dessen katholischer Amtskollege Martin Popp segneten anschließend die Abiturienten.

Nach der Verleihung der Zeugnisse ging es bis spät in die Nacht zum gemütlichen Teil über mit Essen, Trinken, und gemütlichen Unterhaltungen.

Text: Dr. Niko Firnkees, Bilder: Christoph Müller, Dr. Niko Firnkees

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