Europa lebt vom Austausch
Vom 08. bis 12. Juni stand das Maristen-Gymnasium Furth ganz im Zeichen der europäischen Gemeinschaft. Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „bEU-beHer“ durfte unsere Schulfamilie eine Partnergruppe der Schule Colegio Santa Gema Galgani aus Madrid begrüßen. Nachdem die deutsche Gruppe bereits im März unter der Leitung von Frau Rauscher, Frau Licht und Frau Dr. Hirschberger spanische Luft schnuppern durfte, stand nun der Gegenbesuch in Deutschland an.
Als akkreditierte Erasmus+-Schule genießt das MGF exklusive Vorteile: Durch die langfristige Förderung können wir unseren Schülerinnen und Schülern regelmäßig solche interkulturellen Begegnungen ermöglichen, die den Horizont erweitern und Europa in der Schule greifbar machen - und von der Europäischen Union finanziell gefördert werden.
Diesmal setzten sich 12 deutsche Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe und ihre spanischen Partnerinnen und Partner intensiv mit einem hochaktuellen Thema auseinander: Der Rolle von Frauen in der Politik und der Gesellschaft.
Der Startschuss der Projektwoche fiel mit einem Arbeitstag direkt am MGF. Die Jugendlichen setzten sich mit durchaus komplexen und kritischen Fragestellungen auseinander, unter anderem: Was tut die EU, um Frauen in Führungspositionen zu bringen? Wie hoch ist der Frauenanteil im Europäischen Parlament (EP) und wer sind die prägenden weiblichen Gesichter dort? Welche Maßnahmen gibt es für die Lohngleichheit (Equal Pay) zwischen Männern und Frauen?
Am Ende des Tages stand eine gemeinsame Reflexion. Die Jugendlichen fragten sich selbst: Was habe ich gelernt? Was kann ich persönlich in meinem Alltag ändern? Und was wünsche ich mir für die Zukunft einer gleichberechtigten Gesellschaft?
Ein echtes Highlight der Woche waren die beiden Exkursionen nach München. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Benjamin Adjei (Bündnis 90/Die Grünen) durfte die Gruppe den Bayerischen Landtag besuchen. Nach einem Rundgang durch das Maximilianeum folgte ein Gedankenaustausch, für den sich neben Herrn Adjei auch Eva Lettenbauer, die Vorsitzende der bayerischen Grünen, Zeit für die Jugendlichen nahm. In einem sehr ehrlichen und offenen Gespräch gaben Frau Lettenbauer und Herr Adjei wertvolle Einblicke in den Alltag von Politikerinnen und Politikern im Landtag und beantworteten auch persönliche Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Der nächste Stopp in der Landeshauptstadt führte die Gruppe in das Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments. Auch hier wartete ein abwechslungsreiches Programm:
Nach einer herzlichen Begrüßung gab es interaktiven Input zur Geschichte und Funktionsweise der EU-Institutionen – natürlich mit Fokus auf Frauen in der EU-Politik. Beim Onlinespiel „Fabulous Council“ durften die Jugendlichen demokratische Entscheidungsprozesse gleich selbst erproben.
Wie entsteht eigentlich ein europäisches Parlament? Diese Frage beantwortete das Europäische Patentamt und gab einen leicht verständlichen Einblick in die Welt der Erfindungen. Am konkreten Beispiel lernten die Schülerinnen und Schüler den Weg von der Idee bis zum fertigen Patent kennen.
Neben dem straffen Programm kam natürlich auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz. In den Gastfamilien wurden Freundschaften vertieft, gemeinsame Aktivitäten organisiert und der deutsche Alltag mit den spanischen Gästen geteilt.
Auch diese Erasmus+-Projekttage haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig uns der europäische Gedanke ist. Im nächsten Schuljahr wird es am Maristen-Gymnasium Furth wieder Erasmus+ geben, diesmal für alle Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2026/27 in der 9. Jahrgangsstufe sind.
Ursula Schwoerer
