Frauen- und Kinderarbeit

Da im Industriezeitalter die Männer allein zu wenig verdienten, um für den Unterhalt der Familie aufzukommen, mussten die Frauen und die Kinder mitarbeiten.

Frauen:

Bei gleicher Produktivität verdienten die Frauen um die Hälfte weniger als die Männer. Außerdem standen sie unter dem Druck der Mehrbelastung. Täglich mussten sie sich sowohl um die Kinder und um den Haushalt kümmern, wobei es keine Arbeitserleichterung wie elektrische Haushaltsgeräte gab, als auch mehrere Stunden in der Fabrik bzw. am Heimarbeitsplatz arbeiten. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Frauen keine Schwangerschafts- und Babypause haben durften. Die Folge davon waren gesundheitliche Probleme für die Frau und das ungeborene Kind.

Kinder:

Frauen- und KinderarbeitIm Alter von 6 Jahren fingen die Arbeiterkinder bereits zu arbeiten an. Im Bergwerk und als Schornsteinfeger waren sie beispielsweise wegen ihrer Größe sehr nützlich. Jedoch bekamen sie einen sehr niedrigen Lohn und konnten nicht oder nur kurz zur Schule gehen.
Die Kinder wurden auch hart behandelt; so wurden sie zum Beispiel von Aufsehern geschlagen, wenn sie müde waren. Die Arbeitsbedingungen waren meist sehr schlecht. Das Einsetzen von Maschinen ermöglichte es nun auch Frauen und Kindern, die Arbeiten einfacher zu verrichten. Es bestand jedoch große Verletzungsgefahr bei der Arbeit an solchen Geräten. Die medizinische Versorgung war zu dieser Zeit so schlecht, sodass aus diesem Grund oft die Arbeiter starben.

 

Tagesablauf einer Arbeiterfrau

Um 4.30 Uhr musste die Frau aufstehen. Danach machte sie Feuer, damit es im Haus warm wurde. Nachher bereitete sie das Mittagessen vor und machte die Betten. Um 6.45 Uhr brachte sie die Kinder in die Verwahranstalt. Um 11.30 Uhr hatte sie 1 ½ Stunden Pause, um die Kinder abzuholen, das Essen aufzuwärmen und die Hausarbeit zu verrichten. Die Fabrikarbeit fing um 13.00 Uhr wieder an. Um 19.00 Uhr war sie zu Ende und es war Zeit zu Essen. Danach wurde Hausarbeit gemacht. Am Sonntagabend wurde die Wohnung aufgeräumt. Der Arbeitstag erreichte meist nachts um 1.00 Uhr sein Ende.

Neue Gesetzte:

Der Hauptgrund für eine Verbesserung der Lage der Arbeiterkinder war der Bedarf an gesunden Soldaten für einen potenziellen Krieg.

 

März 1839 in Preußen:
Jugendliche unter 16 Jahren dürfen höchstens 10 Stunden am Tag arbeiten; Kinder unter 9 Jahren dürfen nicht in Bergwerken, Fabriken, Pech- und Hüttenwerken regelmäßig arbeiten.
1840 in Bayern:
Arbeitszeit am Tag für Kinder vom 9. bis 12. Lebensjahr maximal 10 Stunden sowie das Verbot des Einstellens von Kindern vor dem 9. Lebensjahr.
1861:
Einschränkung der Kinderarbeit in Sachsen.
Württemberg und Baden bis 1878 keine Regelung
1891 Arbeitsschutzgesetz:
Verbot der Arbeit in Fabriken von Kindern unter 13 Jahren; Kinder über 13 Jahre dürften nur arbeiten, wenn sie nicht mehr schulpflichtig waren.
1903:
Verbot der Kinderarbeit in Fabriken, Handwerksbetrieben, dem Handels- und Verkehrsgewerbe und in den Schankwirtschaften